2004 tritt ein neuer Bildungsplan in Kraft, der den Vorgänger aus dem Jahr 1994 ablöst.
Das äußerlich Auffälligste am neuen Bildungsplan ist sein Format. Während der 1994er-Plan noch die Ausmaße des Stuttgarter Telefonbuchs hatte, zeigt sich der neue Plan ganz schlank. Es sind nicht mehr alle Unterrichtsinhalte bis ins Detail ausformuliert. Neben einem verpflichtenden Kerncurriculum gibt es nun ein Schulcurriculum, welches von den einzelnen Schulen selbst mit Inhalten gefüllt werden kann und soll.
Neu im Bildungsplan 2004
- Bildungsplan statt Lehrplan: Der Schwerpunkt liegt mehr auf der Entwicklung von Kompetenzen und Fähigkeiten statt auf der Vermittlung von Stoff und Faktenwissen. Im Mittelpunkt steht die Frage "Was sollen Schülerinnen und Schüler am Ende können?"
- Eine der zentralen Neuerungen ist die Einführung verbindlicher Bildungsstandards. Diese beschreiben konkret, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler zu bestimmten Zeitpunkten erreichen sollten. (Die Bereiche: Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz, personale Kompetenz)
- Ziel des Plans: stärker handlungsorientierter Unterricht, selbstständigeres Lernen, Anwendung von Wissen in neuen Situationen, Förderung von Problemlösefähigkeiten, stärkere Schüleraktivierung
- Es gibt nun Fächerverbünde:
NWA: Naturwissenschaftliches Arbeiten, ein Zusammenschluss der Fächer Biologie, Chemie, Physik
EWG: Erdkunde, Wirtschaftskunde und Gemeinschaftskunde
- Auch neu: Die Fächerübergreifende Kompetenzprüfung (FüK).
Dies ist eine Gruppenprüfung, welche die mündlichen Einzelprüfungen in den Nebenfächern ersetzt.
Merkmale der Prüfung:
- Teil der Abschlussprüfung in Klasse 10
- Gruppenarbeit
- schriftliche Ausarbeitung
- Präsentation
- Prüfungsgespräch
- Bewertung von Inhalten und Kompetenzen
- mindestens zwei Unterrichtsfächer beteiligt
- Erstmalige Durchführung im Schuljahr 2007/08
Der Bildungsplan 2004 markierte damit den Übergang von einem klassischen Lehrplanmodell zu einem output- bzw. kompetenzorientierten Bildungssystem, das stark durch die damaligen PISA-Diskussionen beeinflusst war.
Quelle: https://lehrerfortbildung-bw.de